Aug 16 2009
Gotland, Teil 1
Seit Dienstag sind wir jetzt in Schweden unterwegs. Zunächst ging es zu meiner Großmutter nach Skåne; dort waren wir nach einer unerwartet guten Fahrt schon Mittwoch morgens früh um 5, so daß wir uns noch 3 Stunden ins Auto gelegt haben um zu schlafen und dann meine Großmutter mit einem Frühstück überrascht haben. Am frühen Nachmittag ging es dann für eine Nacht weiter zu unserem Sommerhaus in Blekinge und am nächsten morgen ganz in der früh nach Oskarshamn um die Fähre nach Gotland zu erwischen. Gotland ist eine Insel in der Ostsee, bekannt für ein mildes, fast mediterranes Klima. Und bekannt für seine Geschichte als Ausgangspunkt der Wikingerfahrten in die ganze Welt und später mit Visby als Hansestadt.

Nach einer ruhigen, 3-stündigen Überfahrt erreichten wir dann um 14 Uhr die alte Hansestadt Visby und bauten unser Zelt in der Nähe an einem schön gelegenen Campingplatz mit Blick aufs Meer und Sandstrand auf. Leider ist die Saison in Schweden gerade zu Ende und der Sommer allgemein recht kalt, deswegen haben wir den Sandstrand eher recht wenig genutzt – dafür hatten wir den Campingplatz fast für uns alleine. Am Nachmittag und Abend des ersten Tages gab es erstmal Sightseeing in der mittelalterlichen Stadt Visby und Abendessen mit Fisch am Stortorget, dem großen Platz.
Nach einer ersten Regennacht im Zelt haben wir erst mal ausgeschlafen (schließlich waren wir praktisch 3 Tage lang auf Reise) bis der Regen aufgehört hat und sind dann bei wunderschönem Wetter in das “Vikingabyn“, ein Freilichtmuseum das zeigt und erfahren läßt wie die Wikinger gelebt haben. Ein toller Ausflug, mit Bogenschiessen, Axtwerfen, Lederbeutel nähen, Wurst grillen … Am Ende des Tages gab es noch einen fantastischen Sonnenuntergang über der Ostsee, Bilder sind in der Galerie am Ende des Artikels.

Tag 3 auf Gotland war den Rauken und dem Norden der Insel und der Insel Fårö gewidmet. Rauken sind von der Natur geformte Steinfiguren, die teilweise in ganzen Felder am Strand stehen. Nach einer weiteren Regennacht im Zelt (diesmal mit Gewitter) und darauffolgendem schönstem Wetter machten wir uns auf den Weg, zunächst nach Lickershamn um dort den größten Rauk (“Jungfrun”, 12m auf der Klippe) und die dortige 30 Meter hohe Klippe (“Stoklippan”) zu bewundern – tolle Aussicht auf die Ostsee. Danach ging es weiter mit der Fähre auf die kleine Insel Fårö, bekannt für ihre Schafe, ihre Rauken, ihre Sandstrände und Ingmar Bergmann.

Ausser Ingmar Bergmann haben wir dort auch praktisch alles besucht, inklusive einer etwas seltsamen Crèperie Tati, die vollständig aus Auto- und sonstigem Schrott aus den 50ern Jahren zusammengestellt ist (siehe Galerie am Schluß), aber eine total coole Stimmung vermittelt und super Crèpes hat.

Tag 4 (=heute) bedeutet (nach einer weiteren Regennacht, diesmal mit Orkan, aber das Zelt hält stand!) für uns im Wesentlichen den Umzug von Visby nach Ronehamn, einem (sehr) kleinen Fischerdorf an der Ostküste von Gotland. Der Kontrast zu Visby ist dramatisch: einerseits ist hier überhaupt nichts los, nur eine Handvoll Leute (während in Visby für schwedische Verhältnisse richtig Trubel ist – also schon mal mehr als 20 Leute an einem Platz) – und andererseits der Wechsel vom Zelt in das STF Vandrarhem Gula Hönan (“die Gelbe Henne”). Die gelbe Henne ist richtig toll für Familienurlaub – wie in schwedischen Vandrarhems üblich hat man hier für Mitteleuropa ungewohnte Freiheiten, es gibt hier die Möglichkeit zu Grillen, Fahrräder zu nehmen, Minigolf zu spielen, eigene Parties im Garten zu schmeissen, … und nicht zu vergessen einen Pool den die Kinder natürlich gleich mit Begeisterung (bei 23°) erprobt haben. Und abends sind wir dann das erste Mal zum Angeln – und haben prompt den ersten Blinker im Seegras verloren…

Und hier noch der Beweis dass wir wirklich zu den wenigen Besuchern des Dorfes gehören. Folgendes Schild hängt am Dorfcafé:

Übersetzt heisst das: “Wir haben bis auf weiteres keine regelmäßigen Öffnungszeiten. Wenn Sie die Butik besuchen wollen, ist das nach telefonischer Absprache gerne möglich” …
Und zum Abschluss noch die Gallerie mit weiteren Bildern:
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nice – but were is KIWI ?
KiWi is also on vacation – probably in New Zealand, but who knows?