Seit letzten Mittwoch bin ich in Stockholm, und das ist der erste einer Serie von Artikeln. Er enthält eher den privaten Teil, während die anderen das KiWi-Meeting und die Future Internet Assembly zum Thema haben.
Stockholm – das ist für mich irgendwie Heimatstadt. Hier kommt ein Teil meiner Familie her (meine Oma – mein Opa kommt aus Skåne) und ich war in den letzten Jahren in unregelmäßigen Abständen hier. Obwohl es viele schöne Städte gibt fühle ich mich in keiner Großstadt so zu Hause wie in Stockholm – eigentlich seltsam, weit weg von den Bergen, im hohen Norden. Aber dafür mit viel Wasser und viel grün, netten Menschen und so unglaublich viel zu sehen und tun. Ich fühl mich jedenfalls wohl hier …
Der Grund warum ich diesmal da bin ist eigentlich gar nicht privat. Letzte Woche hatten wir KiWi-Meeting, organisiert von Inka in den Büros von Sun in Kista (sprich: “Schista”). Und diese Woche dann die Future Internet Assembly, eine recht unspannende Veranstaltung bei der aber wesentliche Beiträge zur politischen Ausrichtung der EU im Bereich Internet entstehen. Eigentlich eine reine Lobbying-Veranstaltung (*gähn*).
Angekommen sind wir (Steffi, Rolf, Szaby, Thomas, Mihai und ich) letzten Mittwoch. Erster Flieger von Salzburg nach Wien um 6 Uhr, und in Wien trotz völlig normaler Verhältnisse prompt den Anschlußflug verpasst (Austrian: wie kann das passieren???). Austrian war dann immerhin so nett uns unproblematisch umzubuchen auf Niki, so dass wir mit 5 Stunden Verspätung dann doch noch in Stockholm angekommen sind. Da war es dann allerdings schon fast dunkel, nicht mehr viel zu sehen. Am Abend haben wir trotzdem noch die Stadt erkundet und sind schließlich noch ins “Engelen” in Gamla Stan eingekehrt um zu testen ob das für ein KiWi Social Event geeignet ist. Das war es definitiv: die beste Rockbar Schwedens mit Livemusik und eigenem Restaurant, unbedingt besuchen! Das Engelen war schon für Weihnachten geschmückt, in der Galerie unten gibt es ein Bild vom Elch mit Weihnachtsmütze. Erste Nacht in der Offizierskabine auf dem Vandrarhem AF Chapman. Zwar im eigenen Schlafsack statt Hotel, aber besser kann man fast nicht wohnen!
Die nächsten beiden Tage war dann das KiWi-Meeting (siehe extra Post). Für diesen Beitrag bemerkenswert ist nur die lustige Episode bei der sich Rolf, Mihai und Thomas verirrt haben kaum daß man sie alleine läßt: statt der U-Bahn zurück nach Kista sind sie in Hjulsta gelandet, und das mit der letzten U-Bahn. Aber die Geschichte erzähle ich besser persönlich.
Freitag abend war ich zu Besuch bei meinem Onkel, Abendessen mit je einer Krabbe. Krabben schauen etwas erschreckend aus, schmecken aber erstaunlich gut. Und ich habe ein neues Werkzeug fürs Essen kennengelernt, kann Euch aber nicht sagen wie es heißt. Dann übernachtet über ein paar komplizierte Umwege in einer Wohnung irgendwo in Stockholm…
Samstag war dann KiWi-Stadtführung. Nachdem ich mich ein bisserl auskenne hatte ich die Ehre die KiWis vom einen Ende zum anderen zu führen: Djurgården, Gamla Stan, Kleine Bootstour, Vasamuseet, wieder Gamla Stan auf ein Bier … . Nachts gab es fliegenden Wechsel: die KiWis haben sich verabschiedet und stattdessen habe ich Georg um etwa 0:45 am Bahnhof abgeholt… Noch ein Lättöl und dann ins Bett.
Sonntag haben’s uns Georg und ich dann eher gemütlich gemacht: mit einer 3-stündigen “Lilla Skärgårdstur” inklusive schwedischem Brunch (von Hering bis Lachs) auf einem Dampfer aus den 30er-Jahren. So gut habe ich schon lange nicht mehr gegessen! Und sowohl das Schiff als auch die Tour zwischen den Inseln ist definitiv auch sehenswert. Am Abend dann nochmal eingeladen bei meinem Onkel und bei diversen Sorten Alkohol bis spät in die Nacht geratscht.
Montag und heute dann Future Internet Assembly, eher weniger spannend (siehe eigener Blogpost). Das Social Event gestern abend hat dann im Museum der Moderne stattgefunden, sehr zu Georgs und meiner Belustigung auf der Insel Skeppsholmen, direkt gegenüber unseres Vandrarhems AF Chapman. Nachdem die Tischgesellschaft eher mäßig war sind Georg und ich dann recht früh zu unserem Schiff aufgebrochen und haben noch gemeinsam ein Lättöl genossen. Die Future Internet Assembly war dann heute nachmittag vorbei. Georg ist direkt heim, ich hab mich aber – nachdem mein Flieger erst morgen geht – noch etwas mit den Kollegen aus Galway ausgetauscht und bin dann zum Shopping gegangen (Schokolade, Glögg und Bücher – was man halt so braucht). Vorhin erst noch ein paar “Stockholm by Night” Fotos machen (siehe unten). Und dann ins Kino – schließlich hat meinem Uropa das erste Kino in Stockholm gehört. Und nachdem ich inzwischen alleine bin konnte ich mir guten Gewissens einen schwedischen Film anschauen. Ist dann “Så olika” (“So verschieden”) geworden, eine sehr nette Geschichte über zwei Schwestern die sich völlig unähnlich sind, die eine seriöse Politikerin, die andere etwas verrückte Journalistin. Det var ju jätte trevligt!
Morgen geht es dann – mit etwas Wehmut – wieder zurück in die andere (erste) Heimat. Aber ich werde sicher wieder kommen. Im Sommer.